Es muss nicht immer eine Bühne sein

Am 21.06.1982 fand in Paris zum ersten Mal eine Veranstaltung statt, die seitdem die Welt erobert hat. Es geht um Live-Musik, kostenlos, für jedermann, überall. Die „Fête de la musique“ fand in diesem Jahr zum 36. Mal statt – in über 540 Städten weltweit, mit unzähligen Künstlern aus den unterschiedlichsten Genres. Auch für uns ist die Fête in jedem Jahr ein absoluter Pflichttermin und da wir in den vergangenen Jahren bereits die unterschiedlichsten Bühnen in Magdeburg bespielt hatten, kam uns nun eine andere Idee. Was kam dem ganzen Konzept am nächsten? Genau: Straßenmusik! Musik in Reinform. Es gibt keine Bühne, keine große Technik, kein geplantes Publikum. Wem auch immer es gefällt, der bleibt stehen. Wem es nicht gefällt, tja der geht halt weiter. Nirgendwo findet man ehrlicheres Publikum als das Zufallspublikum, das zufällig über die Straße schlendert.

Bepackt mit Cajon, Akkordeon, Gitarre und der kleinsten Box der Welt, machten wir uns zu dritt (Conny, Pia und Antje) also auf den Weg in die Stadt. Doch wo setzte man sich denn jetzt am besten hin, ohne die anderen Künstler auf den vielen Bühnen zu stören? Die Entscheidung war schneller getroffen als gedacht und so machten wir uns bereits kurze Zeit später daran, es uns direkt vorm Hundertwasserhaus gemütlich zu machen. Was in den nächsten zwei Stunden passierte, war einfach nur großartig. Immer mehr Leute scharten sich um uns oder machten es sich mit einem Gläschen Sekt bei uns gemütlich. Es wurde still zugehört, laut applaudiert und inbrünstig mitgesungen. Es wurden sich Songs gewünscht und Komplimente ausgesprochen. Da kann man sich einfach nur wohl fühlen. Zu den Stoßzeiten tummelten sich über 100 Menschen um uns herum. Doch nicht nur das Publikum war vermutlich das Beste der Welt. Nach den ersten Songs tauchte plötzlich ein fröhlich aussehender Mann neben uns auf und versorgte uns mit Getränken. Kein Geringerer als Matias Tosi, künstlerischer Leiter der Grünen Zitadelle, der sich so begeistert zeigte, dass wir danach noch auf einen Wein eingeladen wurden.

 

Gerade als wir beim Zusammenräumen waren, zeigte uns jemand einen ganz besonderen Gruß von der Magdeburger „Fête de la musique“. Diese veröffentlichte nämlich auf ihrer Facebook-Seite ein Foto mit der süßesten Bildüberschrift, die man sich wünschen könnte: „ Wir wissen nicht, wer ihr seid, aber ihr seid fantastisch!!! #straßenmusik“ Da scheinen wir aber so einiges richtig gemacht zu haben.

Unser Fazit eines wunderschönen Abends: Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir Straßenmusik gemacht haben und die Vorfreude auf das Album steigt mittlerweile ins Unermessliche, weil ihr alle unsere Songs so geliebt habt.

Gesagt, getan. Und so waren wir natürlich Feuer und Flamme als unser Freund Daniel Stodolka uns anrief und fragte, ob wir nicht Lust hätten, ein bisschen Straßenmusik zu machen. Als Location hätten wir uns keinen besseren Ort aussuchen können. Die Sternbrücke und der anschließende Klosterbergegarten boten eine Konzertlocation der Extraklasse. Im Hintergrund liegt der grüne Park mit dem idyllischen kleinen See und vor uns eine große Treppe, die Platz bot für wunderschönes Publikum. Durch einen kleinen Aufruf in den Social Media erschien das ziemlich zahlreich. Freunde und Fans, unbekannte Gesichter, Groß und Klein – eins vereinte alle: Die Liebe zur Musik. Was folgte, war ein wundervoller Abend, voller Witz und Charme, einem lauten Chor und tosendem Applaus. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass bei eigenen Songs – Songs, die quasi viele noch nie gehört hatten – so eine Begeisterung ausgelöst wird. Dieser Umstand macht uns natürlich mehr als stolz. Und wenn ihr schon so abgeht, wenn nur das Straßenmusik-Trio Conny, Pia und Antje am Start ist, was soll dann passieren, wenn wir mal alle zusammen die Straßen unsicher machen?

 

Wir warten jetzt breit grinsend auf die nächste Gelegenheit.

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